Wer eine Wohnung in Wien saniert, fragt meist zuerst nach der Förderung Wohnungssanierung Wien. Die ehrliche Antwort für 2026: Es gibt Förderungen, aber sie betreffen vor allem bestimmte Maßnahmen wie Heizung, Fenster, Sanitär oder barrierefreien Umbau, nicht die Renovierung als Ganzes. Und manche Bundesprogramme sind für 2026 bereits geschlossen.
Dieser Beitrag zeigt, welche Programme wir mit Stand Oktober 2026 auf den offiziellen Seiten bestätigt haben, für wen sie gedacht sind und worauf Sie vor Auftragsvergabe achten müssen. Beträge nennen wir bewusst nicht pauschal: Förderhöhen hängen vom Einzelfall ab und ändern sich laufend.
Was grundsätzlich gefördert wird und was nicht
Eine klassische Wohnungsrenovierung mit Malerarbeiten, neuem Boden und neuer Küche wird in der Regel nicht gefördert. Förderungen zielen auf drei Bereiche:
- Energie und Klima: Heizungstausch weg von Öl und Gas, Fenster mit Wärmeschutz, thermische Sanierung
- Wohnqualität und Sicherheit: Sanitärinstallationen, Schallschutz, Sonnenschutz
- Barrierefreiheit: alters- oder behindertengerechter Umbau
Für Ihre Planung heißt das: Rechnen Sie das Projekt zuerst ohne Förderung durch. Eine Förderung ist ein Bonus für einzelne Positionen, kein Teil der Grundfinanzierung. Realistische Gesamtkosten für Ihre Wohnung finden Sie im Beitrag Wohnung renovieren: Kosten 2026.
Stadt Wien: Einzelförderungen für Wohnungen
Die Stadt Wien (Wohnbauförderung, MA 50) listet auf ihrer Förderübersicht unter anderem folgende Maßnahmen, die für Wohnungen relevant sind:
| Förderbereich (Stadt Wien) | Typische Maßnahme in der Wohnung |
|---|---|
| Schall- und Wärmeschutzfenster | Fenstertausch, Kastenfenster-Sanierung |
| Errichtung und Umstellung/Nachrüstung von Heizanlagen | Umstieg von Gastherme auf Fernwärme oder Wärmepumpe |
| Sanitärinstallationen in Wohnungen | Bad und WC, Leitungen |
| Altersgerechter Umbau | bodengleiche Dusche, breitere Türen, Haltegriffe |
| Behindertengerechter Umbau | barrierefreie Gestaltung nach Bedarf |
| Außenliegender Sonnenschutz | Außenjalousien, Markisen |
Zusätzlich führt die Stadt eine Dekarbonisierungsprämie sowie das Eigenmittelersatzdarlehen an. Antragsberechtigung, Einkommensgrenzen, Fristen und Förderhöhe stehen jeweils auf der eigenen Antragsseite. Diese Angaben ändern sich, daher gilt: vor der Beauftragung auf wien.gv.at prüfen oder bei der Wohnbauförderung nachfragen.
Wichtig bei Fenstern und Heizung im Mehrparteienhaus
Fenster und Heizungsanlagen betreffen oft das ganze Haus. In Eigentumswohnungen braucht ein Fenstertausch oder ein Heizungsumstieg in vielen Fällen die Abstimmung mit der Eigentümergemeinschaft. Wie das abläuft, lesen Sie im Beitrag Eigentumswohnung renovieren und WEG-Zustimmung.
wohnfonds_wien: Sanierung ganzer Häuser
Der wohnfonds_wien ist für die geförderte Sanierung von Mehrfamilienwohnhäusern zuständig, etwa Sockelsanierung oder thermisch-energetische Sanierung. Antragsteller ist hier in der Regel der Hauseigentümer, nicht der einzelne Wohnungsnutzer. Für Sie als Eigentümer oder Mieter einer einzelnen Wohnung ist das vor allem dann relevant, wenn im Haus ohnehin eine Gesamtsanierung geplant ist. Dann lohnt es sich, die eigene Wohnungsrenovierung zeitlich darauf abzustimmen.
Fragen Sie bei der Hausverwaltung nach, ob für das Gebäude ein Sanierungskonzept besteht. Die Stadt Wien fördert auch das Erstellen eines solchen Konzepts für Mehrfamilienhäuser.
Bund: Sanierungsoffensive 2026 (Kesseltausch und Sanierungsbonus)
Auf Bundesebene läuft die Sanierungsoffensive mit zwei Schienen. Der Stand laut oesterreich.gv.at und Umweltministerium:
- Kesseltausch (früher bekannt als "Raus aus Gas" bzw. "Raus aus Öl und Gas"): Förderung für den Ersatz fossiler Heizungen durch Fernwärme, Wärmepumpe oder Holzzentralheizung.
- Sanierungsbonus: Förderung für thermisch-energetische Sanierung. Seit 2. Februar 2026 sind laut Umweltministerium keine neuen Registrierungen mehr möglich, neue Anträge gab es danach nur noch für den Kesseltausch.
- Die Gesamtförderung ist mit maximal 30 % der förderfähigen Kosten begrenzt. Kombination mit Landesförderungen ist möglich.
- Beim mehrgeschoßigen Wohnbau sind laut Bund die Gebäudeeigentümer antragsberechtigt.
- Die offizielle Seite weist zusätzlich darauf hin, dass die Budgetmittel für 2026 ausgeschöpft sind. Bestehende Registrierungen werden weiter bearbeitet.
Für eine einzelne Wiener Wohnung heißt das: Mit einer Bundesförderung für 2026 sollten Sie aktuell nicht fix planen. Ob und wann neue Mittel freigegeben werden, prüfen Sie auf sanierungsoffensive.gv.at beziehungsweise auf oesterreich.gv.at.
So gehen Sie bei der Förderung richtig vor
Die meisten Förderungen scheitern nicht am Inhalt, sondern an der Reihenfolge. Bewährt hat sich dieser Ablauf:
- Maßnahmen festlegen: Welche Positionen Ihres Projekts fallen überhaupt in eine Förderschiene (Heizung, Fenster, Sanitär, Barrierefreiheit)?
- Förderbedingungen lesen: Antragsberechtigung, Einkommensgrenzen, technische Mindestanforderungen (etwa U-Werte bei Fenstern) und ob vor Baubeginn eingereicht werden muss.
- Angebot einholen: Ein schriftliches Angebot mit klar getrennten Positionen. Förderstellen verlangen oft eine Aufschlüsselung je Maßnahme.
- Antrag oder Registrierung: Bei vielen Programmen muss das vor Auftragsvergabe oder vor Baubeginn passieren.
- Umsetzung und Dokumentation: Rechnungen, Fotos, Fachunternehmerbestätigungen aufbewahren.
- Endabrechnung einreichen: innerhalb der vorgegebenen Frist.
Planen Sie die Förderung gleich in den Bauablauf ein. Wer zuerst den Fliesenleger bestellt und danach den Antrag stellt, verliert unter Umständen den Anspruch. Eine sinnvolle Gewerke-Reihenfolge zeigt der Beitrag Wohnung renovieren: die richtige Reihenfolge.
Was die geförderten Maßnahmen ungefähr kosten
Damit Sie einschätzen können, wie viel überhaupt förderfähig ist, hier unsere Richtwerte für Wien 2026 inkl. 20 % USt.:
| Maßnahme | Richtwert Wien 2026 |
|---|---|
| Fenster tauschen | 900–1.900 € pro Fenster |
| Kastenfenster restaurieren | 1.200–2.400 € pro Fenster |
| Wasser-/Heizungsinstallation erneuern | 70–140 € pro m² |
| Bad komplett saniert | 15.000–30.000 € pro Bad |
| Gäste-WC | 5.000–9.000 € |
Bei einer Altbauwohnung mit sechs Fenstern liegen allein die Fenster damit bei rund 5.400–11.400 € beim Tausch. Ob und in welcher Höhe eine Förderung davon übernommen wird, hängt vom Programm und von Ihrer persönlichen Situation ab.
Typische Fehler
- Zu spät eingereicht: Antrag erst nach Auftragsvergabe oder Baubeginn gestellt.
- Förderung als fixe Einnahme verbucht: Budget ohne Puffer, und dann ist der Fördertopf leer.
- Pauschalangebot ohne Aufschlüsselung: Die Förderstelle kann die förderfähigen Kosten nicht zuordnen.
- Hausgemeinschaft übergangen: Fenster oder Heizung getauscht, ohne die nötige Zustimmung einzuholen.
- Technische Anforderungen nicht erfüllt: etwa Fenster, die den geforderten Wärmeschutzwert nicht erreichen.
Häufige Fragen
Gibt es 2026 eine Förderung für eine komplette Wohnungsrenovierung in Wien?
Für die Renovierung als Ganzes gibt es in der Regel keine Förderung. Gefördert werden einzelne Maßnahmen wie Heizungsumstieg, Wärmeschutzfenster, Sanitärinstallationen oder barrierefreier Umbau. Die Bedingungen prüfen Sie bei der Stadt Wien im Einzelfall.
Kann ich den Sanierungsbonus des Bundes 2026 noch beantragen?
Laut Umweltministerium sind seit 2. Februar 2026 keine neuen Registrierungen für den Sanierungsbonus mehr möglich. Die offizielle Seite meldet zudem ausgeschöpfte Mittel für 2026. Den aktuellen Stand prüfen Sie direkt auf sanierungsoffensive.gv.at.
Muss ich den Antrag vor Baubeginn stellen?
Bei vielen Programmen ja, oder zumindest eine Registrierung vor Auftragsvergabe. Die genaue Regel steht in den jeweiligen Förderrichtlinien. Klären Sie das, bevor Sie ein Angebot unterschreiben.
Können Mieter Förderungen bekommen?
Das hängt vom Programm ab. Bei manchen Wohnungsförderungen der Stadt Wien sind auch Mieter antragsberechtigt, bei Hausprogrammen meist nur der Eigentümer. Im Einzelfall bei der Wohnbauförderung nachfragen.
Förderbedingungen ändern sich laufend. Alle Angaben in diesem Beitrag sind ohne Gewähr, maßgeblich sind die Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Wenn Sie wissen wollen, was Ihr Projekt kostet und welche Positionen förderrelevant sein könnten, nutzen Sie unseren Online-Kostenrechner oder fragen Sie eine Besichtigung vor Ort an. Sie erhalten ein schriftliches Fixpreis-Angebot mit aufgeschlüsselten Positionen, das Sie direkt für einen Förderantrag verwenden können.