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Wohnung renovieren Reihenfolge: Gewerke Schritt für Schritt

Wer die Gewerke in der falschen Reihenfolge beauftragt, zahlt doppelt. Diese 12 Schritte zeigen, wie eine Wohnungsrenovierung sinnvoll abläuft.

· 5 Minuten Lesezeit

Ein frisch ausgemaltes Zimmer, in das eine Woche später der Elektriker Schlitze für neue Leitungen stemmt: Das ist der klassische Fehler, wenn die Reihenfolge beim Wohnung renovieren nicht stimmt. Die Grundregel lautet: von grob nach fein, von innen nach außen, von oben nach unten. Die folgenden 12 Schritte zeigen, wie die Gewerke bei einer Komplett- oder Teilsanierung aufeinander folgen.

Die Grundregel: von grob nach fein

Jedes Gewerk, das Staub, Schmutz oder Stemmarbeiten verursacht, kommt vor den Gewerken, die empfindliche Oberflächen herstellen. Leitungen in der Wand kommen vor dem Verputz, der Verputz vor den Fliesen, die Fliesen vor dem Maler und der Maler vor dem Boden. Wer davon abweicht, riskiert Nacharbeiten an bereits fertigen Flächen.

Die 12 Schritte im Überblick

Phase Schritte Wer
Vorbereitung 1–3 Bauherr, Planer, Hausverwaltung
Rohbauphase 4–7 Abbruch, Baumeister, Elektriker, Installateur
Ausbauphase 8–10 Verputzer, Estrichleger, Fliesenleger, Fenster
Oberflächen & Abschluss 11–12 Maler, Bodenleger, Tischler, Endmontage

Phase 1: Vorbereitung

1. Bestandsaufnahme und Wunschliste

Bevor ein Handwerker kommt, sollten Sie wissen, was Sie wollen: Welche Räume werden saniert, was bleibt, soll der Grundriss sich ändern? Gleichzeitig wird der Bestand geprüft: Zustand von Elektrik, Wasserleitungen, Fenstern, Böden und Wänden. Im Altbau lohnt sich ein besonders genauer Blick, siehe Altbauwohnung sanieren.

2. Budget, Angebot und Bauzeitplan

Mit der Bestandsaufnahme lässt sich ein realistisches Budget ermitteln. Für eine erste Orientierung helfen die Richtwerte im Beitrag Wohnung renovieren Kosten 2026. Danach folgt das schriftliche Angebot und ein Bauzeitplan, in dem jedes Gewerk seinen Zeitraum bekommt.

3. Genehmigungen und Hausverwaltung

Klären Sie vorab, ob Arbeiten allgemeine Teile des Hauses betreffen (Steigleitungen, Fenster, tragende Wände) und ob die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft oder des Vermieters nötig ist. Informieren Sie die Hausverwaltung über Bauzeit, Lärm und Materialtransporte über die Stiege. Ob eine Bewilligung nach der Bauordnung nötig ist, ist im Einzelfall zu prüfen.

Phase 2: Rohbauphase

4. Rückbau und Entsorgung

Alte Böden, Fliesen, Sanitärobjekte, Küche, eventuell Wände und Türen werden entfernt. Erst jetzt zeigt sich der wahre Zustand von Untergründen und Leitungen. Richtwert: 35–70 € pro m² Wohnfläche.

5. Maurer- und Trockenbauarbeiten

Wände versetzen, Durchbrüche herstellen, Vorsatzschalen und Installationswände im Bad errichten. Wer jetzt den Grundriss ändert, legt gleichzeitig fest, wo später Leitungen verlaufen.

6. Elektroinstallation (Rohinstallation)

Der Elektriker verlegt Leerrohre und Leitungen, setzt Unterputzdosen und erneuert bei Bedarf den Verteiler. Steckdosen und Schalter kommen erst ganz am Ende. Richtwert für eine komplett neue Elektrik: 85–150 € pro m². Mehr dazu unter Elektroinstallation in der Wohnung.

7. Installateur (Rohinstallation)

Wasser-, Abwasser- und Heizungsleitungen werden verlegt, Vorwandelemente für WC und Waschtisch montiert. Danach erfolgt die Dichtheitsprüfung, bevor irgendetwas zugemacht wird. Richtwert: 70–140 € pro m².

Elektriker und Installateur arbeiten oft parallel. Wichtig ist, dass beide fertig sind, bevor verputzt wird.

Phase 3: Ausbauphase

8. Fenster und Türzargen

Neue Fenster werden idealerweise vor dem Verputzen eingebaut, damit die Laibungen sauber angearbeitet werden können. Auch Türzargen werden in dieser Phase gesetzt, falls sie eingeputzt werden.

9. Verputz, Estrich und Untergründe

Schlitze werden verschlossen, Wände verputzt oder gespachtelt. Danach folgt der Estrich oder ein Trockenestrich. Achtung: Ein Zementestrich braucht je nach Dicke und Raumklima mehrere Wochen, bis er belegreif ist. Diese Trocknungszeit muss im Bauzeitplan stehen.

10. Abdichtung und Fliesen

Im Bad wird zuerst abgedichtet, dann verfliest. Auch Küchenrückwände und eventuell Vorraum-Fliesen kommen jetzt. Das Bad ist meist das Gewerk mit der längsten Dauer innerhalb einer Sanierung. Kosten und Ablauf im Detail: Badsanierung Kosten Wien.

Phase 4: Oberflächen und Abschluss

11. Malerarbeiten, dann Boden

Zuerst kommt der Maler: Wände und Decken werden grundiert und ausgemalt. Erst danach wird der Boden verlegt, damit er keine Farbspritzer, Leiterabdrücke oder Schmutz abbekommt. Bei einem Parkett, das vor Ort geschliffen und versiegelt wird, kann nach dem Versiegeln noch ein letzter Anstrich folgen, wenn die Fläche gut abgedeckt ist.

12. Endmontage und Übergabe

Nun werden montiert: Steckdosen und Schalter, Leuchten, Sanitärobjekte und Armaturen, Innentüren, Sockelleisten, Küche. Am Ende stehen die Funktionsprüfung, die Endreinigung und die Übergabe. Bei uns erfolgt die Übergabe besenrein, mit gemeinsamer Begehung.

Typische Fehler bei der Reihenfolge

  • Küche bestellen, bevor die Anschlüsse fixiert sind: Wasser-, Abluft- und Stromanschlüsse müssen zur Küchenplanung passen. Die Küchenplanung gehört daher in Schritt 1 bis 2, nicht ans Ende.
  • Boden vor dem Maler verlegen: Führt fast immer zu Farbflecken und Kratzern.
  • Estrich-Trocknung unterschätzen: Wer Parkett auf feuchten Estrich legt, riskiert Verformungen.
  • Fenster nach dem Verputzen tauschen: Die Laibungen müssen dann ein zweites Mal bearbeitet werden.
  • Ohne Bauzeitplan starten: Handwerker warten aufeinander oder stehen sich gegenseitig im Weg.
  • Türen zu früh einhängen: Neue Türblätter werden beim Ausmalen und Bodenverlegen leicht beschädigt. Sie gehören in die Endmontage.
  • Keine Fotos vor dem Zumachen: Machen Sie Fotos von Leitungsverläufen, bevor verputzt wird. Das erspart später Rätselraten beim Bohren.

Warum ein Ansprechpartner für alle Gewerke hilft

Die Reihenfolge ist das eine, die Abstimmung zwischen den Gewerken das andere. Wenn der Installateur einen Tag später fertig wird, verschiebt sich der Verputzer, damit der Estrich, damit der Fliesenleger. Bei einer koordinierten Komplettsanierung plant eine Stelle den gesamten Ablauf und fängt Verschiebungen ab, statt dass Sie fünf Firmen einzeln koordinieren müssen. Für Sie bedeutet das: ein Ansprechpartner, ein Bauzeitplan und ein Fixpreis, der alle Gewerke umfasst. Verschiebungen werden intern gelöst, statt dass Sie zwischen Installateur, Elektriker und Fliesenleger vermitteln müssen.

Häufige Fragen

Was kommt zuerst: Maler oder Boden?

Zuerst der Maler, dann der Boden. So bleibt der neue Boden frei von Farbspritzern und Beschädigungen durch Leitern.

Wann sollte die Küche geplant werden?

Bereits zu Beginn. Die Lage von Wasser-, Abfluss-, Strom- und Abluftanschlüssen hängt von der Küchenplanung ab und muss vor der Rohinstallation feststehen.

Können Elektriker und Installateur gleichzeitig arbeiten?

Ja, das ist üblich. Wichtig ist, dass beide ihre Rohinstallation abgeschlossen haben, bevor verputzt und verfliest wird.

Wie lange dauert eine Komplettsanierung?

Das hängt von Größe, Zustand und Umfang ab. Der verbindliche Zeitrahmen ergibt sich aus dem Bauzeitplan, den Sie nach der Besichtigung zusammen mit dem Angebot erhalten.

Sie möchten wissen, was Ihre Renovierung kostet? Nutzen Sie unseren Kostenrechner für eine erste Einschätzung oder fragen Sie eine Besichtigung an – Sie erhalten danach ein Fixpreis-Angebot mit Bauzeitplan.

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