Was eine Komplettsanierung umfasst
Eine Komplettsanierung ist mehr als die Summe einzelner Renovierungen. Typischerweise gehören dazu:
- Rückbau von Böden, Fliesen, Sanitär, Küche und nicht tragenden Einbauten inklusive Entsorgung
- Neue Elektroinstallation mit Verteiler, Leitungen, Schaltern und Steckdosen
- Neue Wasser-, Abwasser- und gegebenenfalls Heizungsleitungen
- Neues Bad und gegebenenfalls separates WC
- Neue Küche inklusive aller Anschlüsse
- Untergrundvorbereitung und neuer Bodenbelag
- Spachtel- und Malerarbeiten an Wänden und Decken
- Neue Innentüren, nach Bedarf Fenstertausch
Da alle Gewerke gleichzeitig betroffen sind, ist die Koordination aus einer Hand hier besonders wertvoll.
Am Anfang steht eine gründliche Bestandsaufnahme. Bei der Besichtigung prüfen wir Leitungen, Wände, Decken, Fenster und Böden und halten fest, was erhalten bleiben kann. Daraus ergibt sich das Leistungsverzeichnis für das Fixpreis-Angebot. Je genauer diese Grundlage ist, desto weniger Überraschungen gibt es während der Bauzeit und desto zuverlässiger hält der Bauzeitplan.
Kosten nach Ausstattungsstandard
| Standard | Richtwert pro m² | Beispiel 65 m² |
|---|---|---|
| Basis (−15 %) | ca. 765–1.530 € | ca. 49.725–99.450 € |
| Komfort (Referenz) | ca. 900–1.800 € | ca. 58.500–117.000 € |
| Premium (+35 %) | ca. 1.215–2.430 € | ca. 78.975–157.950 € |
Im Altbau kommen etwa 10–15 % hinzu. Den größten Einfluss innerhalb einer Stufe haben Bad und Küche: Ein Bad kostet 15.000–30.000 €, eine Küche 8.000–25.000 €. Ihre eigene Kombination rechnen Sie im Kostenrechner durch; die Herleitung aller Einzelwerte finden Sie unter Wohnung renovieren Kosten.
Die richtige Reihenfolge der Arbeiten
Die Abfolge entscheidet, ob eine Komplettsanierung ruhig oder chaotisch verläuft:
- Rückbau und Entsorgung
- Grundrissänderungen, Durchbrüche, Schlitze stemmen
- Rohinstallation Elektrik und Installateur
- Verputz- und Estricharbeiten, Trocknungszeiten einhalten
- Abdichtung und Fliesen in Bad und Küche
- Spachteln und Grundanstrich
- Bodenverlegung
- Feininstallation: Sanitärobjekte, Schalter, Steckdosen, Küchenmontage
- Türen, Endanstrich, Reinigung und Übergabe
Ausführlicher beschreibt das unser Beitrag zur Reihenfolge beim Renovieren.
Planung: Bauzeit, Hausverwaltung und Wohnsituation
Eine Komplettsanierung ist nur in einer leeren Wohnung sinnvoll. Planen Sie daher eine Übergangslösung ein. Wie lange die Arbeiten dauern, hängt von Größe, Zustand und Materiallieferzeiten ab – unser Bauzeitplan legt das vor Baubeginn fest. Einen Überblick über typische Zeiträume gibt der Beitrag zur Dauer einer Renovierung.
Im Mehrparteienhaus informieren wir gemeinsam mit Ihnen die Hausverwaltung über den Zeitraum lauter Arbeiten, die Liftnutzung und die Containerstellung. Bei Eigentumswohnungen können Eingriffe in allgemeine Teile – etwa Steigleitungen, Fenster oder tragende Wände – die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft erfordern; das ist im Einzelfall zu prüfen.
Komplettsanierung nach dem Wohnungskauf
Viele Komplettsanierungen beginnen mit einem Kauf. Wenn Sie eine Wohnung erst besichtigen, lohnt es sich, den Sanierungsaufwand vor der Kaufentscheidung abzuschätzen: Zustand von Elektrik und Leitungen, Feuchtigkeit, Fenster und Böden. Eine Checkliste dafür finden Sie im Beitrag Wohnung kaufen und renovieren.
Gerne sehen wir uns die Wohnung vor Ort an und erstellen ein schriftliches Fixpreis-Angebot. Stellen Sie dazu einfach eine Anfrage.
Grundriss neu denken
Eine Komplettsanierung ist der beste Zeitpunkt, um den Grundriss an heutige Bedürfnisse anzupassen. Wenn ohnehin alle Leitungen neu verlegt werden, verursachen Änderungen weniger Zusatzaufwand als zu jedem späteren Zeitpunkt. Häufige Wünsche sind:
- Offene Wohnküche: Die Wand zwischen Küche und Wohnraum fällt, es entsteht ein großer Raum. Ob das geht, hängt davon ab, ob die Wand tragend ist.
- Bad vergrößern: Ein angrenzender Abstellraum oder das separate WC wird ins Bad integriert. Entscheidend ist hier die Lage der Fallleitung.
- Zusätzliches Zimmer: Ein großer Wohnraum wird mit einer Leichtbauwand geteilt, etwa für ein Kinder- oder Arbeitszimmer. Dabei sind Fenster, Belichtung und Heizung des neuen Raums mitzuplanen.
- Abstellraum und Stauraum: Nischen und Vorräume werden für Einbauschränke genutzt, die der Tischler passgenau fertigt.
Jede Grundrissänderung beeinflusst Elektro- und Installationsplanung, Bodenaufbau und Türpositionen. Deshalb legen wir den neuen Grundriss vor Baubeginn fest und rechnen ihn ins Fixpreis-Angebot ein. Nachträgliche Änderungen während der Bauzeit sind möglich, verursachen aber Mehrkosten und Verzögerungen. Bei tragenden Wänden ziehen wir eine statische Beurteilung hinzu; ob eine Genehmigung erforderlich ist, ist im Einzelfall zu prüfen.